Manche Sonderzeichen haben je nach Platzierung unterschiedliche Bedeutungen. Ein Spezialfall ist die erzählerische Zäsur, die mit Auslassungspunkten oder Gedankenstrichen bewusst in Ausführungen einschneidet. Wobei hier der erste Satz durch ein Satzabschlusszeichen (Punkt, Fragezeichen oder Ausrufezeichen) abgeschlossen sein muss, sodass der zweite Satzanfang immer großgeschrieben wird.
• Beispiele:
– Wir haben all die Probleme schon hundertmal besprochen. … Es reicht!
➜ Der Gedanke ist trotz der Unterbrechung durch die Auslassungspunkte abgeschlossen und vollständig, aber bekannte Details werden übersprungen, da diese zuvor oft genug genannt wurden.
– Es gibt keine Zweifel an seiner Widerstandsfähigkeit. – Deadpool ist untötbar.
➜ Obwohl es gedanklich ausgeführt werden könnte, wird hier bewusst darauf verzichtet, Beispiele aufzuzählen, die das nachfolgende Fazit belegen. Der Gedankenstrich steht daher stellvertretend für all die eigentlich tödlichen Verletzungen, die dieser Antiheld überlebt hat.
Das Publikum braucht keine weiteren Beweise, um sich dieser Aussage anzuschließen.
• Direkter Vergleich und Bedeutung:
1) Ich weiß, es ist unsere einzige Möglichkeit, doch ich habe Angst.
➜ Die Aussage klingt sachlich, klar und weniger emotional, als es der Text vermuten lässt.
2) Ich weiß, es ist unsere einzige Möglichkeit … doch ich habe Angst.
➜ Durch den kurzen Satzabbruch wird die Unsicherheit spürbarer, wodurch die Aussage emotionaler wirkt.
3) Ich weiß, es ist unsere einzige Möglichkeit. … Doch ich habe Angst.
➜ Die lange, harte Pause ist ein Innehalten und steht hier stellvertretend für gescheiterte Versuche und Ausweglosigkeit, die genau zu dieser Situation geführt haben. Dadurch wirkt die Aussage dramatisch und emotional bedeutungsvoll.
• Fazit:
Die Unterschiede zwischen den drei Beispielen mögen auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar sein, aber je nachdem, wo ein Sonderzeichen eingesetzt wird, verändern sich der Ton der Aussage und die Wirkung.